FREIE WÄHLER Offenbach positionieren sich zu Waldhof-West

Die geplante Bebauung in Waldhof-West war Thema bei unserem Stammtisch am vergangenen Mittwoch. Beim gut besuchten „Babbeltisch“ waren neben Mitgliedern sowie Bürgern der Stadt und der Stadtteile unter anderem Vertreter der Bürgerinitiative "Natürlich-Bieber-Waldhof" zu Gast, welche uns und den Gästen ihre Argumente vorgetragen haben.
Bereits in den vergangenen Monaten hat sich bei den FREIEN WÄHLERN Offenbach eine klare Position gegen die Bebauung der schützenswerten Grünflächen zwischen den Stadtteilen Bieber und Waldhof abgezeichnet.
„Wir wissen, dass es sich bei dem Planungsgebiet um Grünflächen mit hohem ökologischen Wert handelt. Das hat auch das Land Hessen bereits im Jahr 1996 erkannt und diese Flächen als Biotopfläche kartiert.“ so FW-Vorsitzender Dennis Lehmann.
Eine Bebauung mit 600 Wohneinheiten an dieser Stelle, eines der wenigen Kaltluftentstehungsgebiete in Offenbach, hätte nicht nur unmittelbar einen negativen Einfluss auf die Frischluftzufuhr in Bieber, Waldhof, Mühlheim und Heusenstamm. Auch aus Gründen der Vernunft sollte Offenbach aus unserer Sicht auf die Erschließung und Bebauung dieses Gebietes verzichten.
Lehmann weiter: „Unsere Stadt ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Zum Jahreswechsel 2019/2020 haben wir die 140.000 Einwohner-Marke erreicht. Grundsätzlich befürworten wir das Wachstum unserer Stadt. Als FREIE WÄHLER stehen wir aber für eine Politik der Vernunft. Aktuell entstehen in Offenbach weit über 4.000 Wohneinheiten für über 10.000 Anwohner. Diese Anwohner bringen Familien mit und haben Bedürfnisse die wir als Stadt erfüllen wollen und müssen. Die finanzielle Belastung die daraus erstmal entsteht ist aktuell aber noch gar nicht abzusehen.
Unter anderem durch das hohe Wachstum Offenbachs mussten wir im letzten Jahr die Grundsteuer erhöhen.“
Im 2016 beschlossenen Masterplan der Stadt Offenbach besagt die Prognose der Bertelsmann-Stiftung, dass im Jahr 2030 125.860 Menschen in Offenbach leben. Tatsächlich leben in Offenbach heute mehr als 140.000 Menschen.
Durch die diversen Wohnbauprojekte die sich aktuell in der Umsetzung bzw. in der konkreten Planung befinden (Anm.: Liste unten stehend), wird Offenbach in den nächsten 2-3 Jahren um weitere 10.000 – 12.000 Anwohner wachsen.
„Bevor weitere Gebiete erschlossen werden, weitere Infrastrukturmaßnahmen für viel Geld angegangen werden müssen, sollten die Voraussetzungen erstmal geschaffen werden um neu ankommenden Bürgerinnen und Bürgern in Offenbach optimale Bedingungen zur Integration in unserer Stadt zu ermöglichen.“ so der stellvertretende FW-Vorsitzende Jürgen Rupp.
Nach Meinung der FREIEN WÄHLER Offenbach sollte man sich zukünftig verstärkt auf das Ansiedeln von Unternehmen und somit die Erhöhung von Gewerbesteuer-Einnahmen fokussieren. Mit dem Umbau des Kaiserlei-Gebietes und dem Kauf des Clariant-Geländes wurden bereits wichtige Bausteine gesetzt. Die Wirtschaftsförderung der Stadt sollte sich nun darauf konzentrieren Unternehmen zu akquirieren und vom Standort Offenbach zu überzeugen. Durch steigende Gewerbesteuereinnahmen kann dann mittelfristig auch die Grundsteuer wieder gesenkt werden.
Abschließend erklären die Mitglieder der FREIEN WÄHLER Offenbach:
„In den nächsten 10-15 Jahren sehen wir keine Notwendigkeit für weitere Investitionen in Form von Zeit und Geld in die Entwicklung des Gebietes. Neben Klima- und Naturschutzgründen, die klar gegen die Bebauung sprechen, kann es sich Offenbach schlicht und ergreifend auch nicht leisten. Die Grenzen für ein gesundes Wachstum unserer Stadt sind längst überschritten.“
Wohnbauprojekte in Offenbach in Umsetzung oder konkreter Planung:
Vitopia Campus: ca. 800-1.100 Wohneinheiten
Goethequartier: ca. 350 Wohneinheiten
Kappus Höfe: ca. 310 Wohneinheiten
Bieber Nord: ca. 920 Wohneinheiten
Bürgel Ost: ca. 430 Wohneinheiten
Quartier 4.0 / Güterbahnhof: 300 Wohneinheiten
Liebigquartier: 300 Wohneinheiten
Lido Offenbach: ca. 130 Wohneinheiten
Quartier Sophie La Roche: ca. 140 Wohneinheiten
Feldstraße / Bahndamm: ca 190 Wohneinheiten
Gustavshof: 70 Wohneinheiten
Louisa – ehemals Kolpinghaus: ca. 70 Wohneinheiten
Seerosengarten: 85 Wohneinheiten
Platz der deutschen Einheit: ca. 60 Wohnungen
Toys r us / Neubau: auch Wohnungen – wie viele noch nicht bekannt
Hinweise zur Liste:
Berücksichtigt wurden nur Wohnbauprojekte ab 50 Wohneinheiten. „Kleinere“ Projekte, z.B. der GBO, wurden nicht mit eingerechnet.
Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.