
Offenbach (op) - Dem ehemaligen Stadtverordneten und Fraktionschef der Freien Wählergemeinschaft, Armin Bayer, überreichte gestern Nachmittag Oberbürgermeister Horst Schneider im Casino des Rathauses den Ehrenbrief des Landes Hessen. Schneider, der Armin Bayer über seine gesamte politische Laufbahn hinweg gut kennt, würdigte ihn als einen wertvollen Mitbürger dieser Stadt, der über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren vorbildliche ehrenamtliche Arbeit geleistet hat.
Bayer wirkte eher im Stillen, dafür aber umso effektiver, was ihm in den kommunalpolitischen Kreisen unserer Stadt, auch über die Parteigrenzen hinaus, großes Ansehen eingebracht hat.
Besondere Kompetenz zeigte er auf sozialpolitischem Gebiet und für die Sache des Sportes. Sein ausgeprägtes sozialpolitisches Engagement schlug sich nieder in der Mitarbeit bei der Arbeiterwohlfahrt, in Kommissionen, Verbänden und Ausschüssen. Sein Ansatz war stets, die Eigenkräfte der Betroffenen, seien es Sportler oder Behinderte, zu stärken, zu fördern, aber durchaus auch in Anspruch zu nehmen. Seine Maxime war immer: Nur so viel Staat, wie nötig - und so viel Eigeninitiative und Selbsthilfe wie möglich. Keine staatliche Gießkannenhilfe, umfassende staatliche Daseinsvorsorge und Bemutterung also, sondern gezielte Unterstützung, um in der Gesellschaft möglichst viele Potenziale und Selbsthilfe freizusetzen.
Dieses auch pragmatische Engagement hat Armin Bayer schon bald große Anerkennung im sozialen und sportlichen Bereich eingebracht, und es konnte nicht ausbleiben, dass man ihm hier eine ganze Reihe von Betätigungsfeldern antrug. Diese Betätigungsfelder gliedern sich in drei Bereiche, die Politik, den Sozialbereich und den Sport.
Politisch engagierte sich Armin Bayer bereits früh. Er trat 1973 der CDU bei und wurde bereits ein Jahr später Vorsitzender der Jungen Union, später sogar Kreisvorsitzender. Von 1977 bis 1989 war er Stadtverordneter für die Offenbacher Christdemokraten, und nach Gründung der Freien Wählergemeinschaft FWG, dort Stadtverordneter bis März 2006, als er aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidierte.
In 29 Jahren brachte er sein Engagement und sein Wissen in einer ganzen Reihe von Arbeitsgremien, Kommissionen und Ausschüssen im Offenbacher Rathaus ein, wozu unter anderem die Umweltschutzkommission zählte, der Jugendwohlfahrtsausschuss, der Sozial- und Wohlfahrtsausschuss, die Gesundheitskommission, die Krankenhauskommission, die Personal- und Organisationskommission, die Sportkommission und der Ausschuss Umwelt, Planen, Bauen.
Auch die verzweigten Töchter und Teile des Konzerns Offenbach durften auf seine Mitarbeit zählen, wie die Betriebskommission der Städtischen Kliniken, das Offenbacher Klinik-Management, sowie die Stadtpolitik mit begleitende Runden, wie die Koalitionsrunde und die Gesprächsabende im Freundeskreis Grandke und mit Bürgermeister Schneider.
In allen Gremien griff er in die Gestaltung ein und sorgte für einen straffen und effizienten Arbeitsstil. Er drängte auch immer darauf, sich doch auf die Arbeit vor Ort zu konzentrieren und der Bundes- und Landespolitik nur möglichst wenig Platz im Rathaus einzuräumen.
Auch sein soziales Engagement ist sehr bemerkenswert. Neben dem bereits in den städtischen Gremien gezeigten sozialen Interesse engagiert er sich seit 1992 im Vorstand der Offenbacher Arbeiterwohlfahrt. Auch bei den vielen Veranstaltungen und Festen der AWO durfte man stets seiner tatkräftigen Hilfe sicher sein. Von 1990 bis 2002 arbeitet er beim Landeswohlfahrtsverband als Abgeordneter der Verbandsversammlung mit.
Der dritte ehrenamtliche Bereich, das Hobby von Armin Bayer, rührt aus seiner Liebe zum Sport, und hier insbesondere zum Fechtsport. Stets unterstützt von seiner Gattin Gudrun, engagiert er sich beim Fechtclub Offenbach seit 1993 bei der Durchführung von Turnieren.
Der Stadtverordnetenversammlung wird er als sachkundiger wie ebenso engagierter Kommunalpolitiker zweifellos fehlen, nachdem er sich aus beruflichen Gründen entschlossen hat, nicht mehr zu kandidieren.
Bericht der Offenbach-Post vom 02. September 2006